Muskelerkrankungen beim Hund
1. Bicepserkrankungen
2. Kontraktur M. infraspinatus
3. Kontraktur M. Quadriceps femoris
4. Riss des M. Gracilis
5. Kontraktur M. Gracilis
6. Sehnenverletzungen
7. Muskelruptur
8. Myasthenia Gravis
9. Frakturen
10. Eosinophile Panostitis / Juvenile Osteomyelitis
1. Bicepserkrankungen beim Hund
Als häufige Ursache für Lahmheiten im Bereich des Schultergelenks wird die Sehne des Muskels "Biceps Brachii" gesehen. Zu den Erkrankungen des Muskels gehören der vollständige Abriss der Sehne, die Entzündung der Ursprungssehne, Narbenbildung in der Sehne, Luxation der Bicepssehne nach medial und der freie Körper in der Gelenkskapsel als OCD-Folge.
Beim Abriss der Ursprungssehne zeigen sich folgende Symptome: Streck- und Spannfunktion im Schultergelenk und Beugefunktion im Ellenbogengelenk fallen aus, auffällige unterschiedliche Lahmheitsgrade, deutliche Schwellungen im Bereich des Schultergelenks.
Bei der Entzündung der Sehne und Ihrer Sehnenscheide (Tendovaginitis) treten die folgenden Symptome auf: geringe bis hochgradige Lahmheit, meist intermittierend, Lahmheit verstärkt sich bei Belastung, Beugung Schultergelenk schmerzhaft, Beweglichkeit Schultergelenk erscheint eingeschränkt.
Bei Sehnenabriss ist die Operation wichtig, um die Sehne zu nähen. Bei der Sehnenentzündung kann die Gliedmaße 4 bis 8 Wochen streng ruhig gestellt werden, oder ebenfalls eine Operation durchgeführt werden.
Die Ziele der Hundephysiotherapie sind die Schmerzlinderung, Muskelentspannung und Muskelkräftigung.
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2. Kontraktur M. infraspinatus beim Hund
Eine Kontraktur ist eine dauerhafte Verkürzung von Muskeln, Sehnen, Bändern und Faszien.
Es kommt zu einer Einschränkung der Beweglichkeit, welche zu einer kompletten Steifheit der Gliedmaße führen kann.
Die betroffenen Gelenke lassen sich nur schwer und in geringem Maß passiv bewegen. Der Hund zeigt eine plötzlich auftretende Lahmheit, verbunden mit einer Schmerzäußerung.
Der Schulterbereich ist meist verdickt und schmerzhaft. Die Muskel- und Sehnenfasern sind zerrissen und es entsteht ein Bluterguss.
Um die Beweglichkeit der Gliedmaße wieder herzustellen, ist eine Operation nötig, in der der Muskel am Dach des Schulterblattes im Übergang von Sehne zum Muskel durchtrennt wird.
Die Physiotherapie ist sinnvoll, um die Beweglichkeit zu erhalten und um den Muskelaufbau zu fördern. Nach der Wundheilung ist das Unterwasserlaufband zu empfehlen.
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3. Kontraktur M. Quadriceps femoris beim Hund
Diese Verkürzung des Muskels entwickelt sich meist nach einem Oberschenkelbruch, vor allem im rumpffernen Bereich nah am Kniegelenk.
Die Ursache dieser Erkrankung ist nicht sicher geklärt. Es sind meist Hunde im Wachstumsalter betroffen.
Dieses Krankheitsbild kommt häufig beim Dobermann vor, deshalb wird eine genetische Veranlagung vermutet.
Sehr auffällig ist die maximale Streckung der Gliedmaße im Knie- und Sprunggelenk. Die Gliedmaße kann passiv nicht bewegt werden.
Eine Wiederherstellung der Gliedmaßenfunktion ist meist nicht möglich.
Eine Operation ist in vielen Fällen ebenfalls nicht erfolgsversprechend.
In der Physiotherapie wird der Muskel mit Wärmeanwendung, detonisierender Massage, Elektrotherapie und Unterwassermassage behandelt.
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4. Riss des M. Gracilis beim Hund
Der Riss des Muskels Gracilis ist eine Erkrankung bei aktiven Rennhunden wie zum Beispiel Greyhounds, der durch Überlastung entsteht.
Es entsteht eine eigroße Schwellung an der Innenseite des Oberschenkels, die gut zu ertasten ist.
Bei dieser Erkrankung ist eine Schonung des Hundes durch Leinenzwang und Rennverbot unerlässlich. Im Laufe der Zeit wird der Riss mit Narbengewebe gefüllt und heilt aus. Der Riss des Muskels tritt häufig wieder auf, wenn der Hund im Rennbetrieb bleibt.
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5. Kontraktur M. Gracilis beim Hund
Die Verkürzung des Muskels tritt bei sehr aktiven Hunden auf. Folgende Symptome können auftreten: plötzlich veränderter Gang/Lahmheit, die Zehen stehen in Innenrotation und das Sprunggelenk in Außenrotation. Der M. Gracilis ist leicht schmerzhaft und die Abduktion ist eingeschränkt.
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6. Sehnenverletzungen beim Hund
Die Sehnenverletzungen treten häufig an den Beugsehnen der rumpffernen Gliedmaßen (Zehenbeuger) auf.
Alle Sehnen können reißen. Am meisten betroffen ist die Achillessehne und die rumpfnahe Schultergelenks Sehne des Biceps brachii.
Die ursächlichen Entstehungsmechanismen sind Traumen, wie Überdehnung, eine teilweise oder vollständige Zerreißung, tiefe Schnittwunden im Zehenbereich.
Es treten folgende Symptome auf: Lahmheiten, Funktionsausfälle im Rupturbereich; wenn Beugesehnen der Zehen betroffen sind: zusätzlich Hautabschürfungen, Hängenbleiben der Pfote und abnorme Zehenstellung.
Beim Tierarzt können gute Ergebnisse durch lange Ruhigstellung in Schienenverbänden erzielt werden. Wird eine Operation in kürzester Zeit durchgeführt, erzielt man auch hiermit gute Erfolge.
Die Physiotherapie kann auch hier mit Schmerzlinderung, Muskelentspannung, Koordinations- und Gleichgewichtsschulung, Bewußtseinmachung von Bewegungen noch sehr sinnvoll eingesetzt werden.
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7. Muskelruptur beim Hund
Als Muskelruptur bezeichnet man den Riss eines Muskels oder mehrerer Muskelgruppen.
Die Ursachen für einen Muskelriss treten meist verletzungsbedingt auf, zum Beispiel durch Sprünge aus großer Höhe oder nach extremen Rennleistungen. Es treten Lahmheiten und Blutergüsse auf. Die Rissstelle ist tastbar.
Bei unvollständigen Muskelrupturen werden resorptionsfördernde Salben aufgetragen. Der Hund wird durch Leinenzwang und geringe Bewegung geschont.
Bei einer vollständigen Muskelruptur ist eine Operation dringend notwendig.
In der physiotherapeutischen Anwendung arbeitet man mit der Elektrotherapie zur Schmerzlinderung und Durchblutungsförderung der Muskulatur.
Sobald eine Vollbelastung möglich ist, folgt das Training mit Geräten und Unterwasserlaufband.
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8. Myasthenia Gravis beim Hund
Die Myasthenia Gravis wird auch "Schwäche der Muskulatur" genannt. Sie ist eine Autoimmunerkrankung, die zur abnormen Ermüdbarkeit der Muskulatur mit lähmungsähnlichen Erscheinungen führt.
Die Erkrankung betrifft die Skelettmuskulatur. Es gibt zwei Formen der Erkrankung: die erbliche Form, die schon im Welpenalter auftritt und die erworbene Form, die im Alter von 1,5 bis 7 Jahren auftritt.
Die betroffenen Hunde zeigen eine belastungsabhängige Muskelschwäche, einen trippelnden, steifen und staksigen Gang, einen aufgekrümmten Rücken.
Im weiteren Verlauf der Krankheit fällt die Speiseröhre in sich zusammen.
Vom Tierarzt wird eine medikamentöse Therapie vorgenommen, das Hauptziel bei dieser Erkrankung liegt in der Verzögerung der Zustandsverschlechterung.
In der Hundephysiotherapie sind die Ziele die Muskelkräftigung und die Herstellung eines Muskelgleichgewichtes.
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9. Frakturen beim Hund
Als Fraktur (Knochenbruch) bezeichnet man die Durchtrennung des Knochens. Hierbei werden auch Haut, Muskeln, Nerven, Bänder und Gefäße beschädigt.
Ein Knochenbruch entsteht durch direkte oder indirekte Gewalteinwirkung, wie zum Beispiel Unfälle und Stürze. In seltenen Fällen entstehen sie durch akute und chronische Entzündungen und Knochengeschwülste wie Krebs. Bei Rennhunden können Ermüdungsbrüche durch Überlastung auftreten.
Der Knochenbruch wird vom Tierarzt röntgenologisch abgeklärt. Das Ziel ist die Wiederherstellung der Gliedmaßenfunktion. Die Frakturheilung ist nach ca. 8 bis 12 Wochen abgeschlossen.
Frakturkomplikationen können bei allen Frakturarten auftreten. Am häufigsten werden sie bei offenen Frakturen und Weichteilverletzungen, mangelnde Ruhigstellung und Infektionen ausgelöst.
Die Physiotherapie kann auch hier mit Schmerzlinderung, Erhalt der Gelenkbeweglichkeit, Muskelentspannung, Muskelkräftigung, Ausdauer- und Konditionsaufbau eingesetzt werden.
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10. Eosinophile Panostitis / Juvenile Osteomyelitis beim Hund
Die Eosinophile Panostitis ist eine entzündliche Erkrankung der langen Röhrenknochen unbekannten Ursprungs. Besonders betroffen sind Hunde im Alter zwischen 5 bis 12 Monaten. Es sind hauptsächlich Schäferhunde von der Krankheit betroffen.
Es treten Lahmheiten verschiedener Grade in Schüben, Bewegungsunlust, Appetitlosigkeit auf. Das anfassen der betroffenen Gliedmaße ist sehr schmerzhaft.
Nur durch ein Röntgenbild ist eine exakte Abklärung möglich. Auf dem Röntgenbild sind fleckenartige Verschattungen im Knochenmark erkennbar. Der Tierarzt gibt Schmerzmedikament und ordnet meist eine strikte Ruhigstellung des Hundes an.
In der Physiotherapie stehen Schmerzlinderung, Muskelentspannung und langsames Bewegen im Unterwasserlaufband im Vordergrund.
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